Neues von Gauck: Bevormundung und Degradierung

Joachim Gaucks zweite Auslandsreise führte nach Brüssel zum Antrittsbesuch bei der EU. Dort sagte er dem Kommissionspräsidenten Barroso, die Deutschen haben ESM und Fiskalpakt zu akzeptieren und das Bundesverfassungsgericht wird schon mitmachen. Er offenbart schon so zeitig in seiner Amtzeit sein Demokratieverständnis. 

Auch lesenswert: Das habt Ihr jetzt von Eurem Gauck! und der Beitrag von „Mehr Demokratie e.V.“ und die entsprechende Verfassungsbeschwerde, die Gauck ignoriert.

Im Brackwasser der Beliebigkeit…

…scheint der Präsident angekommen zu sein. Seine Rede vor Bundestag und Bundesrat nach der Vereidigung sprach viel an und sagte wenig. Dennoch sollte ein Lernender eine Chance bekommen. Interessant wird es sein, zu beobachten, wie er mit dem Widerspruch seiner inneren Haltung zu der nicht aneckenden Konsenssauce, die viele von seinen Reden erwarten, umgeht. „Er ist jetzt auch mein Präsident“ – ja zwangsläufig…Diese Huldigung eines Staatsorgan kann man sich als aufgeklärter, emanzipatorischer Linker auch verkneifen. weiter

Man kann Gaucks Rede auch positiver bewerten.

„Großinquisitor“ gewählt

Nicht schlecht: 126 Stimmen für Klarsfeld und 108 Enthaltungen und der Gegenkandidat hat dann doch gewonnen.. „Ich war bewegt, nicht gerührt“…hoffentlich nicht als Oberlehrer von der Demokratie-Kanzel herab! Hier gibt es mehr

Friedrich Schorlemmer meint zum Neuen: „Er ist rechtskonservativ“

Klaus Ernst (Bild: Deutschlandradio - Bettina Straub)Klaus Ernst (Bild: Deutschlandradio – Bettina Straub)

Echte Bürgerrechtler fragen: Welche Freiheit meint Gauck eigentlich?

Bei vielen Medien und somit auch bei immer noch 60 % der Menschen in diesem Land wird Gauck als Kämpfer für die Freiheit wahrgenommen. Aber welche Freiheit er eigentlich meint, ist vielen nicht wirklich klar. Licht ins rhetorische Dickicht bringen uns vielleicht 11 echte Bürgerrechtler aus kirchlichen Kreisen in der ehemaligen DDR in ihrer Erklärung.

Der falsche PräsidentHier noch ein Überblick: „2012 sind seine Positionen einfach nur noch reaktionär“ und ein Kommentar zur wahren Wende 89/90, auf die wir nun dankbarer Weise durch die Diskussion um Gauck stoßen. „Die Wende war mehr als Gauck, und sie begann links von ihm.“

Alfred Müller hat ein kleines Buch geschrieben, das durchaus Orientierung zu Gauck geben kann. „Der falsche Präsident“

Freiheit, die ich gaucke – ein Kommentar aus der Wahrheit.

Die zunehmende Verklärung von Gauck und seiner Vergangenheit, die Überhäufung an Preisen und die unangemessene Überhöhung des Pastors sind Themen des offenen Brief von Gerhard Rein von der Havemann-Gesellschaft aus dem Jahre 2010 an ihm.

Gauck als Opfer von Zitatfehldeutern

Da ist er noch nicht im Amt und braucht schon Flankenschutz von Leuten, die seine unsäglichen Zitate verteidigen und der Netzgemeinde sagen: So nicht! Zitatzensoren sind also unterwegs, um Gauck vor der Presse, dem Netz und vor allen Dingen seinen eigenen Aussagen beschützen sollen. Der Oberrethoriker ist auf Hilfe angewiesen. Hier gibt es dazu mehr. Zu Zitat und Kontex noch hier ein interessanter Beitrag. Außerdem: Gauck und das Netz- zwei Antipoden, die sich nicht verstehen und vertragen werden. Ein Beitrag aus der taz.

Gauck zu Sarrazin, Überfremdung und Islam:

„Man vergisst nicht, wenn man vergessen will…“ (Friedrich Nietzsche) Die Rede von der gesunden deutschen Nation Eine kritische, diskursanalytische Skizze zu einer Rede von Joachim Gauck von Dr. Sebastian Reinfeldt auf der FDS-Seite