Im Brackwasser der Beliebigkeit…

…scheint der Präsident angekommen zu sein. Seine Rede vor Bundestag und Bundesrat nach der Vereidigung sprach viel an und sagte wenig. Dennoch sollte ein Lernender eine Chance bekommen. Interessant wird es sein, zu beobachten, wie er mit dem Widerspruch seiner inneren Haltung zu der nicht aneckenden Konsenssauce, die viele von seinen Reden erwarten, umgeht. „Er ist jetzt auch mein Präsident“ – ja zwangsläufig…Diese Huldigung eines Staatsorgan kann man sich als aufgeklärter, emanzipatorischer Linker auch verkneifen. weiter

Man kann Gaucks Rede auch positiver bewerten.

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„Großinquisitor“ gewählt

Nicht schlecht: 126 Stimmen für Klarsfeld und 108 Enthaltungen und der Gegenkandidat hat dann doch gewonnen.. „Ich war bewegt, nicht gerührt“…hoffentlich nicht als Oberlehrer von der Demokratie-Kanzel herab! Hier gibt es mehr

Friedrich Schorlemmer meint zum Neuen: „Er ist rechtskonservativ“

Klaus Ernst (Bild: Deutschlandradio - Bettina Straub)Klaus Ernst (Bild: Deutschlandradio – Bettina Straub)

Echte Bürgerrechtler fragen: Welche Freiheit meint Gauck eigentlich?

Bei vielen Medien und somit auch bei immer noch 60 % der Menschen in diesem Land wird Gauck als Kämpfer für die Freiheit wahrgenommen. Aber welche Freiheit er eigentlich meint, ist vielen nicht wirklich klar. Licht ins rhetorische Dickicht bringen uns vielleicht 11 echte Bürgerrechtler aus kirchlichen Kreisen in der ehemaligen DDR in ihrer Erklärung.

Der falsche PräsidentHier noch ein Überblick: „2012 sind seine Positionen einfach nur noch reaktionär“ und ein Kommentar zur wahren Wende 89/90, auf die wir nun dankbarer Weise durch die Diskussion um Gauck stoßen. „Die Wende war mehr als Gauck, und sie begann links von ihm.“

Alfred Müller hat ein kleines Buch geschrieben, das durchaus Orientierung zu Gauck geben kann. „Der falsche Präsident“

Freiheit, die ich gaucke – ein Kommentar aus der Wahrheit.

Die zunehmende Verklärung von Gauck und seiner Vergangenheit, die Überhäufung an Preisen und die unangemessene Überhöhung des Pastors sind Themen des offenen Brief von Gerhard Rein von der Havemann-Gesellschaft aus dem Jahre 2010 an ihm.

Gauck nervt jetzt schon die eigenen Reihen

Eigentlich ist ja Sloterdijk, so wie Gauck, eher in die Nähe des Neoliberalismus und Sozialdarwinismus einzuordnen. Nun poltert er aber gegen ihn und beklagt das Übermaß an Protestantentum an der Staatsspitze und den zunehmend nervenden Pastoralhabitus des Kandidaten. Er wird, sobald er ins Bellevue eingezogen ist, nerven und Probleme mit der Öffentlichkeit bekommen. Der Philosoph fürchtet in einem Beitrag für das Hamburger Abendblatt um die freiheitlich-konservativ-sozialdemokratisch-grüne Allianz, wenn Gauck erstmal Präsident ist und hält die Deutschen für emanzipierter, als das kommende Votum der Bundesversammlung es zeigen wird.

Und das sagt Jutta Ditfurth über Gauck: „Dass CDU/SPD/FDP und Grüne ihn gemeinsam aufstellen verrät uns, dass uns noch mehr Sozialstaatszerstörung, noch mehr Kriege und noch weniger Demokratie drohen. Einen wie ihn holt man, um den Leuten die Ohren vollzuquatschen.“ „Gauck ist ein Anhänger der Totalitarismusideologie, der Gleichsetzung von Kommunismus und Faschismus. Mit seiner Aufstellung als Kandidat bekennen sich CDU/SPD/Grüne und FDP zu dieser unerträglichen reaktionären Weltsicht. Der Kandidat und die vier ihn aufstellenden Parteien passen zu einander.“