Nazis in Weißensee

Die NPD hat am Samstag, 27. Oktober, den Versuch unternommen, eine „Kundgebungsrundfahrt“ durch Berlin durchzuführen. Neben den altbekannten Hochburgen Köpenick, Marzahn und Hohenschönhausen stand nun auch Weißensee auf dem Fahrplan der Nazis. Mit der Ansiedlung des „Tönsberg“-Ladens, der die „bei Neonazis beliebte Bekleidungsmarke“ Thor Steinar – wie es juristische korrekt heißt – vertreibt, wurde ein erster brauner Vorposten in Weißensee stationiert, der bislang sowohl allen Verschönerungsversuchen an der Ladenfassade als auch Hinweise an den Vermieter standgehalten hat. Letzterer scheint sich mit seinem Mieter recht wohl zu fühlen und hat bisher auf Kündigungen verzichtet. Thor-Steinar-Geschäfte dienen meist als Markierungen für ein noch zu eroberndes Revier, ganz ähnlich wie ein Hundehaufen. Zur Folge hat dies, dass Menschen mit auffallend dummen Gesichtern und Thor-Steinar-Klamotten in Weißensee immer häufiger zu sehen sind.

Die am Boden liegende NPD hatte zumindest in Weißensee ihr ganzes Elend gezeigt: Insgesamt nahmen 6 (in Worten: sechs) Personen an der Kundgebung teil – Redner als auch „Besucher“ – wobei diese „Besucher“ praktischerweise gleich mit dem eigenen Kleinbus von einer „Kundgebung“ zur nächsten gefahren wurden. Unter den Rednern/Besuchern der „Kundgebung“ befand sich auch der vorbestrafte Nazischläger und NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke, der mit dumpfen Parolen versuchte, bildungsferne Schichten – und zwar äußerst ferne – gegen Euro, EU, Griechenland und „die da oben“ aufzuhetzen. Eurokrise, U-Bahn-Schläger und brennende Autos wurden zu einer blöden braunen Masse vermischt. Das hat allerdings von den Passanten niemanden interessiert. Die meisten liefen vorbei oder haben sich über die Idioten um Schmidtke aufgeregt. Und so war der Spuk auch nach etwa 45 Minuten wieder vorbei. Laut ihrer „Heimseite“ möchten die Berliner Nazis noch den gesamten Oktober „Kundgebungen“ wie diese abhalten. Die ungleiche Kosten-Nutzen-Rechnung dürfte die völlig kaputte Berliner NPD dabei noch weiter an den finanziellen und organisatorischen Abgrund bringen.

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