„Linke für Andere“ (aus ExtraDrei)

Ein Beitrag von Karsten Krampitz (BO-Mitglied) zum Thema Linke und Obdachlose aus ExtraDrei (siehe auch Antrag der BO Valentin an den BV)

Gerade vor dem Hintergrund, dass demnächst am Bezirksamt in der Fröbelstra-
ße – auf Initiative unserer Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow – das weltweit erste Denkmal für Obdachlose errichtet wird, eine Gedenkplatte für jene 70 Menschen, die dort im städtischen Asyl vor 100 Jahren umgekommen sind, stellt sich die Frage, wie sich unsere Partei nun noch stärker dieser Problematik annehmen kann
und zwar als konkretes Thema und nicht nur als Tagesordnungspunkt einerFraktionssitzung. Schließlich wollen wir uns ja nicht nur für diejenigen Obdachlosen
engagieren, die 1911 in der Fröbelstraße umgekommen sind.

Ab dem Januar 2013 wollen der Pankower und der Reinickendorfer Bezirksverband eine gemeinsame Geschäftsstelle beziehen. Dort soll nach unserer Idee in den
Wintermonaten ein Nachtcafé für Obdachlose arbeiten. Hintergrund ist,
dass das »Nachtasyl Gorki« am Bahnhof Lichtenberg aufgrund ausbleibender finanzieller Unterstützung für sich keine Zukunft mehr sieht. Wir wollen dem Nachtasyl eine neue Bleibe bieten und dabei helfen, dass andere helfen können.
Innerhalb der Berliner Nachtcafé-Kette möchten wir als Partei eine Nacht pro
Woche diesem Projekt Zuflucht geben. In einem der Räume werden Matten ausgelegt, einschließlich Decken, Kissen und Bettwäsche, während nebenan Abendbrot und Gemeinschaft angeboten wird.
Schon bald werden von dem Essensangebot auch sozial Benachteiligte aus
der Nachbarschaft Gebrauch machen, so dass die neue Geschäftsstelle mit
der Zeit zu einem Treffpunkt, einer Anlaufstelle für mittellose Menschen wird.
Uns geht es bei diesem Projekt um den Einklang von Politik und Lebenswelt, um einen konkreten Beitrag für eine solidarische Gesellschaft.

Uns geht es darum, wieder Linke für Andere zu sein.                                        

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Ein Gedanke zu „„Linke für Andere“ (aus ExtraDrei)

  1. Guten Morgen,
    die Berliner Kältehilfe hat zum Auftakt der Saison 11-12 angegeben ca. 70 Notschlafstellen zu wenig finanziert zu bekommen. Über diese niedrige Zahl hatte ich mich gewundert, (- ob nur die deutschen Obdachlosen, nur die EU-Bürger… gezählt wurden?) denn ich kenne die Lehrter Straße. Dort werden ca. 60 Plätze bezahlt und es kommen immer über 100 Menschen, durchaus auch 200+, so dass die Pressemeldungen in dieser Hinsicht nicht übertrieben waren. Es wird also meiner Meinung nach wirklich jeder einzelne Notschlafplatz gebraucht. Die Obdachlosen kommen nicht gerne in die Notübernachtungen, sondern nur wenn sich nicht vermeiden lässt. Je größer die Einrichtung, desto weniger freiwillig möchten die Obdachlosen dort schlafen, wg Krankheiten, Gewalt, Diebstahl, Geruch, Tieren… Überhaupt ist es schwer, Obdachlose für soziale Einrichtungen zu erwärmen. Was ich sagen will ist, dass es besser wäre, wenn die Kältehilfe nicht auf den Punkt am 31.03. enden, sondern sich mehr nach dem Wetter richten würde.
    Die andere Sache: Wenn ihr neu in der Obdachlosenhilfe beginnen möchtet, ist es wichtig sich zuvor über ein paar Besonderheiten des Fachgebietes zu informieren. Hygiene (Waschmöglichkeiten, Hygieneprodukte, Wechselwäsche), Kleidung (wenigstens eine kleine Notkleiderkammer und dazu vorher den Kontakt suchen, wo ihr Kleidung bestellen könntet, z.B. Lowtec, aber blos nicht rosafarbenes, denn damit wird ein Mann im harten Straßenleben schnell verprügelt) Essen: Viele Suchtkranke essen den ganzen Tag nichts, weil sie mit der Beschaffung von Geld und Suchtmittel zu beschäftigt sind. Dazu kommt, dass der Körper kaputt ist und nicht mehr jedes Nahrungsmittel verarbeiten kann, so dass z.B. Milch (Kakau) zu fließendem Stuhl führen kann, Zucker (am einfachsten zu verstoffwechseln) dagegen in rauhen Mengen verputzt wird, Körner- und Knäckebrot problemat f Gebissträger. Was ich sagen will: Es gibt eine Menge Besonderheiten. Ich habe 2009 in der Obdachlosenhilfe begonnen, hatte zuvor nur einiges gelesen, und habe die erste Zeit nur gestaunt. Wenn es soweit ist, helfe ich euch auch gerne im praktischen wie im theoretischen. Auf meinem Blog zum Thema Obdachlosenhilfe mit Schwerpunkt Berlin – der leider immer noch im ewig andauernden Aufbau ist – sind viele Adresse und Infos zu finden.
    Jedenfalls sehr schön, dass ihr eine Notschlafstelle eröffnen möchtet.
    Alles Gute & viele Grüße
    Fr. Wieczorek von den Straßenseiten

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