LINKECrossover – Neue Formen der Verständigung für unsere Partei im Bezirk Pankow

Dokumentation
07. November, 19:00 Uhr – 22:30 Uhr, Geschäftsstelle Die Linke in der Kopenhagener Straße 76
Anwesend: Christian B., Sören B., Vera B., Thomas G., Dominik J., Sabine K., Katrin M., Sascha S., Daniela S., Markus S., Raik W., Jörn W.
Protokoll: Dominik J.

Tagesordnung:
1. Begrüßung
2. Vorstellungsrunde
3. Gruppenarbeit
4. Vorstellung Gruppenergebnisse
5. Ausklang+Feedback
6. Treffen im Mitropa-Wagon

Zu 1. Begrüßung:
Die Teilnehmer werden herzlich begrüßt und in den Ablauf des Treffens eingeführt. Das Format „Sonderzug Pankow“ wird erläutert, in dem Gruppenarbeit (Wagons) mit kreativen Methoden vorgesehen sind. Folgende Fragestellungen wurden durch das Vorbereitungsteam als Vorschläge formuliert und von den Teilnehmern ohne Ergänzungen/ Änderungen angenommen:

Wagon 1:
“Kaderbildung“ in unserer Partei – wie finden wir Genoss_innen für unsere Pöstchen und Posten. Wie läuft dieser Prozess ab?
– Versucht zunächst den IST-Zustand zu umreißen.
– Wie könnte dieser Prozess anders laufen?
– Wie sollte der Prozess in Zukunft laufen, gibt es konkrete Veränderungswünsche die der Wagon teilt?

Wagon 2:
Welche Hierarchien finden wir in unserer Partei vor? Begegnen wir uns alle immer auf Augenhöhe? Gibt es eine „in crowd“ in unserer Partei, gehöre ich dazu? Werde ich respektiert? Sind wir demokratisch im Umgang miteinander?
– Versucht zunächst den IST-Zustand zu umreißen.
– Wie könnten Hierarchien anders funktionieren?
– Welche konkreten Veränderungsmöglichkeiten sind gewünscht?

Wagon 3:
Wie findet in unserer Partei – im Bezirk – darüber hinaus die politische Meinungsbildung statt? Auf der HV, auf dem Basistag, in den BO, zuhause, im ICE?
– Versucht zunächst den IST-Zustand zu umreißen.
– Wie kann politische Meinungsbildung anders funktionieren?
– Welche konkreten Veränderungsmöglichkeiten auf bezirklicher Ebene sind vom
Wagon gewünscht?

Zu 2. Vorstellungsrunde
Die Vorstellungsrunde wurde durch kurze Partnerinterviews vorbereitet, in der jeder seinem „Partner“ die Fragen „Warum bist Du heute hier?“,“Welches Buch liest Du gerade?“,“Warst Du vor der LINKEN in einer Partei/Organisation? Bist Du es noch immer?“ und „Wie zufrieden bist Du mit der Gesamtsituation der Pankower LINKEN?
(Schulnoten)“ stellt und beantwortet. Die „Partner“ stellen sich gegenseitig den anderen Teilnehmern vor.
Die Antworten werden in der Dokumentation nicht dargestellt.

Zu 3./ 4. Gruppenarbeit & Vorstellung Gruppenergebnisse
Wagon 1:
“Kaderbildung“ in unserer Partei – wie finden wir Genoss_innen für unsere Pöstchen und Posten. Wie läuft dieser Prozess ab?
Wagon 1 listete bestehende Möglichkeiten der bezirklichen Ämter und Mandate auf: Bezirksvorstand, Fraktion in der BVV, Fraktion im Abgeordnetenhaus, Delegierte. Grundsätzlich wurde ein „Nachwuchsproblem“ für die Besetzung
von Ämtern und Mandaten formuliert. Insbesondere zu wenige Frauen und zu wenig junge Mitglieder verschärfen die
Situation. Auch die Punkte „Was kann man auf dem „Pöstchen“ bewegen?“ und „Viel Arbeit – wenig Anerkennung“
tragen eher zur Abschreckung bei sich in Amt oder Mandat zu engagieren.
Interessierte/favorisierte Mitglieder seien besser auf Aufgaben im Amt oder Mandat vorzubereiten, es gebe aber
keine adäquate „Personalentwicklung“. Für die Zukunft müsse man sich ernsthafte Gedanken machen, „Wo sich
junge GenossInnen einbringen können“. „Angebote für Neumitglieder“ sollten verstärkt entwickelt werden.
Gerade für Neumitglieder wäre ein „Mentoringprogramm zu entwickeln“. Das bestehende Neumitgliederseminar
sei zu unterstützen und zu verstärken. Im Bereich der Bildung müsse auch die Zusammenarbeit mit der Hellen Panke verstärkt werden.
Abbildung 1: Arbeitsergebnis aus Wagon 1

Wagon 2:
Welche Hierarchien finden wir in unserer Partei vor? Begegnen wir uns alle immer auf Augenhöhe? Gibt es eine „in crowd“ in unserer Partei, gehöre ich dazu? Werde ich respektiert? Sind wir demokratisch im Umgang miteinander?
Wagon 2 unterteilte bestehende Hierarchien in „demokratisch legitimierte“ (z.B. Vorstand) und „informelle
Hierarchien“ („informelle ‚Wortführer’“ und „Strippenzieher“). Der demokratisch legitimierte Vorstand wurde
charakterisiert mit Begriffspaaren wie „Informationsvorteil durch Positionen“ gegenüber den Mitgliedern und „zu viele Vermutungen, zu wenig Wissen“ aufgrund mangelnder „Zeit“ für den Aufgabenumfang. Grundsätzlich war die
Gruppe der Auffassung, dass innerhalb der Partei „unterschiedliche Hierarchieerwartungen von Mitgliedern“ bzgl. des Vorstands bestehen.
Fortschritte erhofft man sich insbesondere durch „Verbesserung des Informationsflusses“, der Einführung eines Mentorings (Begleitung zur Vorbereitung auf Amt und Mandat), im Aufgaben delegieren und in der Multiplikation neuer Methoden, wie z. B. Workshops. Vorgeschlagen wurde auch ein Rotationsprinzip in Amt und Mandat. Genossen in herausragender Position sollen „Machtbewusstsein“ entwickeln, d. h. nicht von oben herab agieren sondern wie
man so schön sagt: Auf dem Teppich bleiben und sich der Verantwortung der eigenen Macht bewusst sein.
Das Rotationsprinzip „verlangsamt Prozesse“ und birgt den Zwang „mehr Menschen in Verantwortungspositionen“ zu bringen. Informationsvorsprünge würden eingeebnet und ein „Frühwarnsystem“ durch die Verteilung von Wissen und Verantwortung verstärkt (Wirkt gegen In Crowds). Wobei auch hierzu die „interne Kommunikation optimiert“
werden muss.
Die Fragen „Kann man informelle Hierarchien verhindern?“ und „Will man informelle Hierarchien überhaupt verhindern?“ konnten in der Diskussion nicht zu einem vorläufigen Ergebnis geführt werden.
Abbildung 2: Arbeitsergebnis aus Wagon 2

Wagon 3:
Wie findet in unserer Partei – im Bezirk – darüber hinaus die politische Meinungsbildung statt? Auf der HV, auf dem Basistag, in den BO, zuhause, im ICE? Die Gruppe hielt fest: Meinungsbildung findet statt „Wo Dialog Raum gegeben wird“. Insbesondere der „Austausch verschiedener Meinungen“ charakterisiert den Prozess der
Meinungsbildung, was „kaum auf HV + Basistag“ stattfindet, eher „teilweise in BOen“. Auf dem Basistag und der Hauptversammlung ginge es mehr um die „Darstellung von Meinungen, die nicht in den Dialog treten“. „Was stört: lange Monologe“, so die Teilnehmer des Wagon 3.
Eine Entwicklung zur politischen Meinungsbildung könne nur stattfinden, wenn der/die einzelne Genosse_in die Möglichkeit findet, selbst zu sprechen, zuzuhören und zu diskutieren. Der Basistag, der ggf. von mehr als 100 Genossen besucht ist, bräuchte ein „anderes Format“ wie z. B. „Worldcafè“ in dem auch die Mischung der BO-Vertreter ihre Diskussion „hierarchiefreier gestalten“ könnten. Die Zielsetzungen von Basistagen und Hauptversammlungen müssten somit in Punkto „Lernorientierung“ und „Erfolgserlebnisse“ für die/den einzelne/n Genossen_In verändert werden. Handlungsorientierte bzw. zielorientierte Herangehensweisen würden zur Effizienz beitragen.
Abbildung 3: Arbeitsergebnis aus Wagon 3

Zu 5. Ausklang + Feedback
Die Gruppenarbeiterergebnisse (Plakate aus 4.) werden auf der Hauptversammlung Die Linke Pankow am 12.11.11 ausgehängt. Das Plakat zu Vorstellung der Teilnehmer bleibt intern.
Die Teilnehmer planen mehrheitlich, sich an der Vorbereitung eines Basistags im 1. Quartal 2012 zu beteiligen. Dazu trifft sich LINKECrossover am 5.12.11 erneut, um die Konzeption, die mit dem neuen Bezirksvorstand abgestimmt werden soll, zu erstellen. Es wird ein Basistag, z. B. im Format „Worldcafé“, geplant. Genauer Termin, Themen, professionelle Durchführung, Formate, Verantwortlichkeiten und Finanzierung (etc.) sollen
im Weiteren diskutiert werden.
Das Treffen am 5.12.11 soll vorbereitet werden, dazu wird ein Termin über doodle.de abgestimmt (Markus??).
Die Teilnehmer bedanken sich für die Vorbereitung der gelungenen Veranstaltung in einem für den Bezirksverband neuem Format. Einhellig wurde es begrüßt, wenn sich zukünftig auch „betagtere“ Genossinnen und Genossen beteiligen würden. Konkrete Ansprachen und Hinweise sollen an mögliche Interessenten herangetragen werden.

Zu 6. Treffen im Mitropa-Wagon
Im Mitropa-Wagon „Jala Jala“ gab es schließlich einen feucht-fröhlichen Abschluss mit weiteren Visionen sowie Klatsch und Tratsch zur Partei.

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