Karsten zieht zurück

Erklärung von Karsten Krampitz zum Rücktritt von der Kandidatur zum Bundesvorsitz der Linken:

Liebe Genossinnen und Genossen,
als ich am Dienstag, den 22. Mai, auf der Berliner Regionalkonferenz meine Kandidatur für den Bundesvorsitz der Linken bekannt gegeben habe, wollte ich den Delegierten in Göttingen die Möglichkeit einer wirklichen Wahl eröffnen. Mittlerweile hat sich aber herausgestellt, dass dies gar nicht mehr notwendig ist. Mit der Kandidatur anderer Genossinnen und Genossen hat der Parteitag nun tatsächlich eine Wahl. Außerdem hat sich gezeigt, dass die Partei nicht geschlossen hinter meiner Person steht. Das zu erwartende knappe Votum hätte die Gräben nur noch weiter vertieft.
Unter diesen Umständen nehme ich – schweren Herzens – von meiner Bewerbung Abstand und mache den Weg frei für eine Konsenslösung.
Karsten Krampitz,     Berlin, den 27. Mai 2012

Anhang: ungehaltene Rede zur Kandidatur für den Bundesvorsitz der Partei Die Linke beim 3. Parteitag Göttingen, 1. Tagung

Weitere Pressestimmen zur Kandidatur von Karsten Krampitz

faz.net:

“Auch weitere Außenseiter wie der Stipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung Karsten Krampitz, der sich bei der Berlin-Brandenburger Regionalkonferenz am Dienstagabend vorstellte, werden gewiss noch auftauchen.” [zum Artikel]

Radio Köln:

“Auch aus Berlin kam ein neuer Vorstoß: Der Schriftsteller Karsten Krampitz, der bisher nur in seinem Ortsverband in Pankow aktiv ist, kündigte ebenfalls seine Kandidatur an.” [zum Artikel]

und über eine schweizer Suchmaschine stößt man auf diese Meldung:

D: Machtkampf bei Linken geht weiter 23.5.2012 16:59
Bei der Partei “Die Linke” in Deutschland geht der Kampf um den Vorsitz weiter. Nachdem Polit-Star Oskar Lafontaine gestern auf eine Kandidatur verzichtet hatte, haben sich nun gleich drei neue Bewerber gemeldet. Die stellvertretende Partei-Vorsitzende Katja Kipping und die nordrhein-westfälische Landeschefin Katharina Schwabedissen kandidieren neu für eine weibliche Doppelspitze. Ebenfalls bewerben will sich der Berliner Schriftsteller Karsten Krampitz. Sie treten damit gegen Fraktions-Vize Dietmar Bartsch und die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann an. [zur Meldung]

Erstes Medienecho auf Karstens Kandidatur

Die überraschende Kandidatur unseres Genossen Karsten Krampitz für den Bundesvorsitz hat bereits für Aufmerksamkeit mit positivem Tenor in den Medien gesorgt. Das Neue Deutschland überschreibt seinen Artikel zur Regionalkonferenz sogar mit einer seiner zentralen Aussagen: “Ideen statt Einfälle”.

Wer nicht teilnehmen konnte, hier der Link zur Aufzeichnung

Aus Neues Deutschland:

“Der Schriftsteller Karsten Krampitz aus Berlin versorgt das schwitzende Publikum mit ein paar erfrischenden Sätzen. Es solle der LINKEN um Themen statt um Posten gehen und um Ideen statt Einfälle.” [zum Artikel]

Aus Junge Welt:  »JA, ICH KANDIDIERE«

“Neben Bartsch und Zimmermann stellte sich überraschend der in Parteikreisen nicht durchgehend bekannte Karsten Krampitz als Kandidat vor. Der Historiker und Promotionsstipendiat der Rosa-Luxemburg-Stiftung engagiert sich nach eigenem Bekunden seit rund 20 Jahren für Obdachlose und ist als »linkshedonistischer Schriftsteller« tätig. Trotz angegrauter Haare wirkt er jugendlich verschmitzt. »Ja, ich kandidiere – weil ich nicht länger bereit bin, mich als Delegierter des Bundesparteitags entmündigen zu lassen«, sagte Krampitz am Dienstag abend. Für die »Akklamation vorher festgelegter Hinterzimmerbeschlüsse« stehe er nicht zur Verfügung. Gelächter und Applaus begleiteten seine Schlußfolgerung: »Wie kann man dem besser Ausdruck geben als mit einer Kandidatur?!« Wie seine Basisorganisation aus Berlin-Pankow mitteilt, hatte Krampitz seine Bewerbung auf die Kotztüte einer Billigfluggesellschaft geschrieben.” [zum Artikel]

und

“Am Montag hatte die sächsische Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann offiziell ihre Bewerbung erklärt. Am Dienstag folgten die Bundestagsfraktionsmitarbeiterin Sarah Waterfeld sowie der Berliner Schriftsteller Karsten Krampitz. Fortsetzung absehbar.” [zum Artikel]

Berliner Krampitz will sich auch für Linke-Vorsitz bewerben

Berlin (dapd-bln). Der Berliner Schriftsteller Karsten Krampitz will sich ebenfalls um den Bundesvorsitz der Linkspartei bewerben. Am Mittwoch bekräftigte der Pankower sein Vorhaben, das er bereits am Dienstagabend bei einer Parteiveranstaltung vor Mitgliedern angekündigt hatte, wie ein Sprecher der Berliner Linken der Nachrichtenagentur dapd sagte. Der studierte Historiker Krampitz ist erst seit etwa einem Jahr in der Partei aktiv und schreibt derzeit seine Doktorarbeit.

Ob er seine Kandidatur ernst meint, war bei der Parteiveranstaltung zunächst unklar. In einer spontanen Rede stellte er sich den Mitgliedern vor. Laut eines Blog-Eintrags auf den Seiten seiner Partei-Basisorganisation habe Krampitz die Ansprache auf dem Rückflug von einer Lesereise «hastig mit einem geborgten Kugelschreiber auf der Kotztüte einer bekannten deutschen Billigfluggesellschaft aufgeschrieben».

Persönlich wollte sich Krampitz nicht äußern. Er müsse sich erst mit den Genossen an der Basis abstimmen, erläuterte der Parteisprecher.

(Blogeintrag zu den Umständen von Krampitz’ Kandidatur: http://url.dapd.de/j90cZh)
dapd/T2012052100137/twi/vf/ /1

Und ein Beitrag von Moritz Kirchner auf der Seite der Potsdamer Linken:

“Danach stellte sich Karsten Krampitz (Name von der Redaktion korrigiert) von der BO Valentin aus Berlin Pankow als Kandidat für den Parteivorsitz vor. Er sagte, er wolle sich als Delegierter nicht weiter entmündigen lassen, und dafür stehe seine Kandidatur. Sie war ein erfrischender Moment, zeigt aber auch, wie stark die Piraten auch uns beeinflussen. Denn dass es eher darum ging, durch seine Kandidatur überhaupt eine Wahl zu haben, wurde relativ klar. Interessant an der Rede aber war, dass er den Freiheitsbegriff von den Liberalen und den Konservativen übernehmen und von links besetzen will. Denn „Freiheit ist vor allem die Freiheit von Angst“. Auf diesen Ansatz lässt sich politisch aufbauen.” [zum Artikel]

BO-Valentin-Mitglied Karsten Krampitz kandidiert als Parteivorsitzender

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Dokument der Geschichte: Karstens Kotztütenmanuskript.

Gestern, am 22. Mai, fand eine Regionalkonferenz für die Landesverbände Berlin und Brandenburg statt, auf der sich vor allem die Kandidatinnen und Kandidaten für den Parteivorsitz vorstellen sollten. Nur Minuten vor Beginn der Konferenz sorgte allerdings schon eine bombenartige Nachricht für allgemeine Erleichterung, nämlich die Mitteilung, dass Oskar Lafontaine nun endgültig (?) aus dem Ringelpietz um den Parteivorsitz aussteigt. Später am Abend machte dann auch noch ein weiterer Befreiungsschlag die Runde, wonach sich Katharina Schwabedissen und Katja Kipping für die Kandidatur in einer eigenständigen weiblichen Doppelspitze entschieden haben, kombiniert mit hoffnungsfrohen Personalvorschlägen für den Parteivorstand, etwa Jan van Aken. Die Perspektive eines Generationswechsels, hin zu Menschen, die weder sozialdemokratische Urzeitpolitik verfolgen, noch im langweiligen und falschen Fundi-Realo-Schema verhaftet sind, ist durchaus reizvoll. Es geht doch immer den Weg aller Tragödien: Auf die Hybris folgt der Fall und in der Linken scheint sie unvermeidlicher Teil der Katharsis zu sein. Doch auch die BO Valentin trägt dazu bei, dass sich langsam alles in Wohlgefallen auflöst. Unser BO-Mitglied und Ingeborg-Bachmann-Publikumspreisträger Karsten Krampitz verkündete gestern ebenfalls seine Kandidatur für das Vorsitzendenamt. Da Karsten kurzfristig von einer Lesereise aus Klagenfurt eintraf, blieb nur wenig Zeit und die Rede musste hastig mit einem geborgten Kugelschreiber auf der Kotztüte einer bekannten deutschen Billigfluggesellschaft aufgeschrieben werden.

Karstens Redebeitrag stach aus den anderen hervor: Von der Rede Sabine Zimmermannsist nicht viel hängen geblieben. Dietmar Bartsch redete immerhin für eine Mitgliederpartei, Sahra Wagenknecht betrieb Selbstagitation, nannte Programmpunkte, über die keinerlei Dissens besteht und erzeugte so frenetischen Beifall und vor allem den Eindruck, es gäbe Genossinnen und Genossen, die etwas gegen Mindestlohn, die Abschaffung von Hartz IV oder den Frieden hätten. Das alte Spiel eben, das bei vielen noch immer zieht. Landesvorsitzender Klaus Lederer mahnte neue Ideen und ein Ende der Selbstzerstörung an, worauf der Bundesvorsitzende Klaus Ernst direkt einging und die Selbstzerstörung mit wahnwitzigen Denunziationen fortführte und ein weiteres Mal zeigte, was er ist bzw. war: eine grandiose Fehlbesetzung mit intellektuellen Ausbaumöglichkeiten.

Karsten hingegen versuchte Themen zu setzen. Und das herausragende davon war Freiheit. Wir müssen diesen Begriff von den Konservativen und Neoliberalen zurückerobern und ihn aus seiner Definitionsfalle herausholen, dass er ausschließlich auf die Freiheit des freien Fuchses im freien Hühnerstall beschränkt ist. Freiheit bedeutet auch Freiheit von Angst, etwa der Angst vor dem Jobcenter oder des Verlustes der Lebensgrundlage durch Verlust der Arbeit. Während die Piraten recht erfolgreich den Freiheitsbegriff in die realen Lebensverhältnisse transformierten, gefiel sich hingegen Klaus Ernst noch immer mit der Behauptung, dass es die Hauptaufgabe einer linken Partei sei, dafür zu sorgen, dass die arbeitende Bevölkerung ein auskömmliches Einkommen habe. Nun hat garantiert niemand in der Linken etwas gegen ein auskömmliches Einkommen für Lohnarbeitende, aber wie sieht es denn mit denen aus, die nicht lohnarbeiten, die keine Stelle finden oder die unbezahlte Arbeit verrichten (in Deutschland ist die Zahl der unbezahlten Arbeitsstunden übrigens höher als die der bezahlten)? Wie das gerade in Berlin ankommt, wo Ernsts fordistische Museumswelt besonders deutlich vorbei ist, kann man sich vorstellen. Ein Kapitän, der Kurs auf den Eisberg hält und dem Maschinenraum auch noch anweist, die Motoren auf Höchstleistung zu fahren. Auch deswegen kandidiert Karsten, um zu zeigen, dass es in der zweiten, dritten und den anderen Reihen der Partei viele fähige Menschen gibt, die in den altertümlichen Hinterzimmerrunden der männlichen Linkspartei-Prominenz komplett untergehen und damit auch jede Menge Potential abhanden kommt. Insofern sollte auch ein Zeichen gesetzt werden, gegen eine Parteistruktur, die heute nur noch Gelächter und ausbleibende Wahlstimmen hervorruft, in der Gegenkandidaturen Kampfkandidaturen sind und Posten ausschließlich in „gewissen Kreisen“ ausgepokert werden, während die große Masse nicht einmal als Zaungast zugelassen ist.

(jw)

Regionalkonferenz im Münzenbergsaal

Hiermit nochmal der Hinweis zur Regionalkonferenz von Berlin/Brandenburg mit Katja Kipping, Matthias Höhn und vielen anderen bekannten und unbekannten Parteimitgliedern, die hier die letzte große Gelegenheit vor dem Bundesparteitag in Göttingen haben, über Leitantrag, Spitzenpersonal und andere brennenden Fragen zu reden. Kommt also zahlreich und setzt ein Zeichen in Richtung Mitgliederpartei!

Jugend-BO in Pankow in Gründung

In Pankow wird es bald ein Gründungstreffen einer Jugend-BO geben.

Auch im Bezirksverband Pankow wird es bald eine Basisorganisation für jüngere Genossinnen und Genossen geben. Was etwa in Mitte mit der BO Peaceful Streetfighters schon seit vielen Jahren äußerst erfolgreich besteht, soll es jetzt auch in Pankow geben: Eine Basisorganisation, in der junge Menschen Politik machen, die (neuen) jungen Mitgliedern eine Heimat gibt, die sie bislang in unserem Bezirksverband nur rudimentär vorfinden konnten. Was genau draus werden soll, wird bei einem ersten Kennenlerntreffen besprochen werden. Das findet am 14. Juni 2012 in der Geschäftsstelle in der Kopenhagener Straße 76 statt und beginnt so etwa um 19 Uhr. Was noch aus einem losen Kreis junger Menschen besteht, soll dann eine richtig schöne Basisorganisation werden. Näheres lässt sich hier herausfinden. Und die BO wird das, was man draus macht, insofern seien alle Interessierten ganz herzlich eingeladen. Die BO Valentin freut sich zumindest ganz dolle.